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Carl Wilhelm Isenberg 1830Basel Mission Picture Archive
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Erinnerung an Missionar C. W. Isenberg
(geb. 5. Sept. 1806, gest. 10. Okt. 1864)
in: Evangelisches Missions-Magazin. Neue Folge.
Herausgegeben im Auftrag der evangelischen Missionsgesellschaft
von Dr. Hermann Gundert.
Zehnter Jahrgang. 1866
128-144.176-190.224-235.256-279
129-131
Der CVJM-Gesamtverband in Deutschland e.V. und mehrere Ortsvereine nennen den sechzehnjährigen „F. W. Isenberg” als ersten Gründer gemäß der CVJM-Idee. Gemeint ist
Carl Wilhelm Isenberg [1].
Er nennt in obigem Lebenslauf 1823 selbst das Datum seiner Geburt:
„Von unbemittelten, aber gottesfürchtigen Eltern, W. Isenberg und Louise, geb. Stahl, wurde ich am 5. Sept. 1806 geboren zu Barmen, und aufgezogen in der Furcht und Vermahnung zum HErrn.”
Er lernt gern und früh, fürchtet aber, dabei vom Glauben abgelenkt zu werden. Pfarrer Karl August Döring (1783-1844), Begleiter der Elberfelder Kindererweckung, hilft ihm. Über Krankheitszeiten helfen die Basler Missionsnachrichten, an deren Verbreitung das Wuppertal seit kurzem Anteil hat.
1820 wird er Klempnerlehrling, noch bevor ihn Pfarrer Matthias Krall (1762-1832) konfirmiert. Die rasante Frühindustrialisierung des Tals kennt keine Jugend, aber die Verelendung der Handwerker und die moderne Lebensform des Vereins. Isenberg gründet am 1. Januar 1823 den Missions-Jünglingsverein Barmen-Gemarke. Pfarrer Dr. Franz Friedrich Graeber (1784-1857), der spätere rheinische Präses und westfälische Generalsuperintendent, unterstützt, dass der Gründer schon am 10. November selbst vor einem Weseler Missionsverein geprüft und am 1. Dezember 1824 zur Ausbildung nach Basel gesandt wird.
Christian Friedrich Spittler (1782-1867), Gründer etwa dreißig diakonischer und missionarischer Werke, hatte 1815 die Basler Mission (heute Trägerverein von mission 21 — evangelisches missionswerk basel) ins Leben gerufen. Isenberg gründet Neujahr 1825 einen Missions-Jünglingsverein Basel. Auf ihn führt sich der CVJM Basel-Nadelberg als ältester Schweizer CVJM zurück.
Als ihn das Seminar zum Studium an Missionsseminar und Universität Berlin sendet, entstehen auch dort ein Jungfrauen- und ein Jünglingsverein.
Leopold Cordier (1887-1939), Elberfelder reformierter Pfarrer, der in Gießen Theologie lehrte und die Jugendburg Hohensolms gründete, veröffentlicht 1925, ein Jahrhundert später, die Basler und Berliner Gründungssatzungen [2]. Mit den Vereinen stärken junge Männer vor allem einander und sehen die Wirkung nach außen zunächst „als untergeordneten Zweck” [3]. 1826 kann Isenberg zur Gründung des Seminars der Rheinischen Missionsgesellschaft (heute Vereinte Evangelische Mission) in Barmen sein.
Carl Wilhelm Isenberg wird 1830 von der Basler Mission an die Londoner Church Mission Society übergeben. In der Kirche von England wird er ordiniert und sieht sich später ebenso als Engländer wie als Preuße. Nach einer Jerusalemreise und der Heirat mit Henriette Geerling aus Wesel ist er an drei schweren Versuchen der Mission in Äthiopien beteiligt. Weil er eigene Studien sowie Tagebücher mit Johann Ludwig Krapf (1810-1881) veröffentlicht (1843, Neuauflage 1968), bleibt sein Name mit Ostafrika verbunden. Doch stellt seine Mission wie viele die Arbeit im Nahen Osten ein und Isenberg wirkt seit 1844 in Indien u.a. in Gründung und Leitung von Schulen, bis er krebskrank vor seinem Tod am 10. Oktober 1864 in Stuttgart nach Deutschland reist.
Henriette Isenberg bringt vier Kinder in Afrika, zwei in Europa und vier in Indien zur Welt. Fünf von ihnen sterben im Kindesalter in Afrika, ein Sohn vierzehnjährig in Korntal. Der Sohn Charles William Henry Isenberg (1840-1870) wird Indienmissionar wie der Vater. Er verheiratet sich ebenso wie eine Schwester mit der befreundeten Familie Dr. Hermann Gunderts (1814-1893), des Leiters des Calwer Verlagsvereins. Dieser war 1833 von Christian Gottlob Barth (1799-1862) gegründet worden. Aus ihm entstand 1836 der Calwer Verlag.
Nach dem frühen Tod von Charles heiratet dessen Witwe Maria Gundert (1842-1902) den neuen Verlagsleiter Johannes Hesse (1847-1916). Ihr Sohn Hermann Hesse (1877-1962) erlangt Weltruhm als Schriftsteller und Träger des Nobelpreises für Literatur.
[1]
Richtig in:
Johannes Jürgensen: Vom Jünglingsverein zur Aktionsgruppe. Kleine Geschichte der evangelischen Jugendarbeit. 1980. 11f.
CVJM-Westbund: Das Reich Christi ausbreiten. Auftrag und Gestalt der CVJM-Arbeit im Westbund. Werkbuch des CVJM-Westbundes. 2. A. 1981, 8.
Jürgen Müller-Späth: Die Anfänge des CVJM in Rheinland und Westfalen. Ein Betrag zur Sozial- und Kirchengeschichte im 19. Jahrhundert. 1988, 111f.
150 Jahre CVJM-Westbund. Das Gute daran ist Jesus darin. Streiflichter aus 150 Jahren engagierter Jugendarbeit, hg. CVJM-Westbund. 1998, 8.
[1]
[2]
Quellenbuch zur Geschichte der Evangelischen Jugend, hg. Leopold Cordier. 1925, 46-61. Die dort wiedergegebenen Quellen sind: Korrespondenzblatt des Jünglingsvereins zu Basel. 1832, Nr. 1, 3 und 4; Ernst Wartmann: Geschichte des Ostdeutschen Jünglingsbundes. Zum 50-jährigen Jubiläum des Bundes am 10. Juni 1906 im Auftrage des Bundesvorstandes. 1906, 11f.
[2]
[3]
Satzungen des Baseler Jünglingsvereins, begr. 1825, aus dem „Korrenspondenzblatt des Jünglingsvereins zu Basel”, 1832, Nr. 3 und 4, I. Zweck des Vereins, in: Quellenbuch, 50:
Der Verein möchte
„1. Als Hauptzweck [...] gerne einen Kreis von wahren Brüdern darstellen, die sich mit Liebe und Ernst gegenseitig ermuntern, dem Herrn Jesus Christus ganz und ungeteilt anzugehören.
2. Als untergeordneten Zweck wünscht er, solchen Jünglingen, welche die ersten Regungen der Gnade erfahren haben, eine Gelegenheit darzubieten, sich unter gleichgesinnten Brüdern, nach den Bedürfnissen ihrer Herzen, in der Erkenntnis und Treue zu befestigen.”
Die Satzungen des Berliner Missionsjünglingsvereins, begr. 1827 (vgl. Wartmann, S. 11 u. 12), sagen dann:
„"§ 3. Der Zweck des Vereins ist ein doppelter: Einmal nämlich, sich selbst untereinander immer mehr in diesem Glauben und in einem demselben entsprechenden christlichen Leben zu fördern, und dann auch nach außen hin zur Förderung dieses Glaubens und Lebens nach den von Gott hierzu verliehenen Kräften, in aller Demut und Einfalt und ohne alle unruhige Bekehrungssucht und Proseliten - Macherei, zu wirken und tätig zu sein, insbesondere auch für die Ausbreitung des Reiches Gottes durch die Missionen durch Gebet und Handreichung mitzuwirken.”
Quellenbuch, 57.
[3]