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Vortrag im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Werdorf

Von den Grundsätzen her sind sich Christentum, Islam und Judentum ähnlich


Aßlar-Werdorf (hp). "Der Islam - Zum Glauben der Muslime in Deutschland" war Thema eines Vortrages von Horst Kannemann, Pfarrer in Lützellinden und Vorsitzender des christlich-islamischen Arbeitskreises der Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar, und Dr. Mustapha Ouertani, Sozialwissenschaftler aus Wetzlar und Moslem. Zu dem Gesprächs- und Informationsabend im Dietrich-Bonhoeffer-Haus Werdorf hatte der ökumenische Frauenkreis Werdorf/Berghausen eingeladen.
Von den Grundsätzen her seien die Religonen Christentum, Islam und Judentum sich ähnlich, so die Redner. Jede habe einen Mittelpunkt, die überlieferten Schriften und Riten würden mehr oder weniger streng befolgt.
Unterschiede schaffe die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung, die sich in verschiedenen Entwicklungsstadien befinde und dazu führe, daß in der Politik immer größere Diskrepanzen zwischen den Völkern geschaffen werden, die es eigentlich nicht geben dürften - die Religionen an sich strebten die Gemeinschaft an.
Kannemann erzählte von Erlebnissen in einer Moschee, zum Beispiel wie sie innen aussieht, wie gebetet wird oder wo die Frauen sitzen.
Frauen sei es freigestellt, alles zu tun, was die Männer auch tun, sie seien nur nicht dazu verpflichtet. Doch es entstehe der Eindruck, daß viele Frauen sich in der untergeordneten Rolle wohl fühlen. Oft genug sei es so, daß die Frauen indirekt doch die Zügel in der Hand halten.
Die unterschiedlichen gesellschaftlichen Entwicklungsphasen der Kulturen wurden auch für den "Fundamentalismus" verantwortlich gemacht. Er sei eine Rückkehr zu den Fundamenten, zu Werten, die sich bewährt hätten. Meist gehe eine solche Entwicklung von Menschen aus, die in der westlichen Welt studiert und die Kontraste erlebt haben und die die Entwicklung in der Heimat in andere Richtungen lenken wollten. In die Enge getrieben entstehe Gewalt, was aber nicht für ein ganzes Volk gelte.
Kannemann und Ouertani zogen im Prinzip den gleichen Schluß. Die Menschen müssen mit Toleranz ins nächste Jahrtausend gehen. Man kann die eigene Entwicklung nicht anderen überstülpen, sondern sollte mit Fingerspitzengefühl miteinander umgehen und gemeinsam Nenner suchen.

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